Wedding

 

Wedding, Freitag, den 28. Mai 2021

Wedding, „das ist Familie“, erzählt uns gleich zu Beginn des Tages ein junges Mädchen. Wir treffen sie am U-Bahnhof Pankstraße, direkt an einer lauten großen Straßenkreuzung und dieser Satz von ihr: „Wedding, das ist Familie“ bleibt hängen. Denn tatsächlich scheinen die Leute hier familiär miteinander umzugehen. Da sind z.B. die zwei halbstarken Jungen, die stundenlang auf einem E Scooter von Straßen Ecke zu Straßen Ecke cruisen mal mit einem Jungen, mal mit gleich fünf weiteren Jungen im Schlepptau.

Die Gegend ist voll und laut und bunt. Mit vielen Menschen sprechen wir an diesem Tag, sie alle sind größtenteils sehr hilfsbereit und freundlich, selbst wenn sie eigentlich im Stress sind, doch zum Fotografieren können wir die Wenigsten bringen, eine regelrechte Kameraangst scheint hier zu herrschen. Erst gegen Abend, als wir vom Standort Pankstraße zum Gesundbrunnen wechseln, nimmt die ganze Sache Fahrt auf. Mit neuer Motivation durch eine dazukommende Freundin gehen wir wieder auf Menschen zu und hier klappt es deutlich besser. Hier vermischen sich die jungen Jugendgruppen, die in Wedding ihre Heimat haben mit brandenburgischen Jugendlichen, die für einen entspannten Freitagabend nach Berlin kommen, Start- und Ziel- Bahnhof ist Gesundbrunnen.

Was uns im Wedding stark auffällt ist die Offenheit und Neugier der Menschen. Wir sprechen mit den verschiedensten Menschen oder werden selbst angesprochen. Da ist der junge Mann aus dem Raum Stuttgart, neu in Berlin und auf der Suche nach einer Pommesbude, da ist der Typ vom Amnesty International Stand mit dem wir die Strapazen einer Straßenumfrage teilen, da sind zwei Mädchen, die zwar keine Zeit haben, uns aber schnell noch sagen, dass wir lieber im Humboldthain oder Mauerpark nach jungen Menschen suchen sollen. Da sind all die jungen Männer, die lieber Nummern klären wollen als für ein kleines Interview stehen zu bleiben.

In keinem anderem Bezirk haben wir so viel Augenkontakt und Gespräche mit Fremden, auch ist in keinem anderem  so viel auf den Gehwegen los wie hier. Selbst wenn sich die Menschen nicht persönlich kennen, kommt das Gefühl auf, die Menschen seien verbunden, achten auf einander. Sei es beim Überqueren der Kreuzung oder Warten vor dem Gemüseladen. Das Leben findet auf der Straße statt, ist unser Eindruck nach vier Stunden Wedding.

Dieses Mädchen ist mit ihrer Freundin, die auf dem oberen Bild zu sehen ist, unterwegs. Es ist schön im Wedding auf Menschen zu treffen, die sich bereiterklären, sich fotografieren zu lassen. 

Tim ist zum Studieren nach Berlin gekommen und lebt jetzt in Reinickendorf. An das Sirenengeheul der ständig vorbei rasenden Feuerwehr muss er sich erst noch gewöhnen, er ist ein Naturfreund aus dem Raum Stuttgart.

Dieser junge Mensch lebt im Wedding und wir treffen auf ihn, als er mit seinen Freunden am Gesundbrunnen Center chillte.

Die Beiden treffen wir auf ihrem Weg nach Hause Richtung Falkensee.

Diesen jungen netten Menschen begegnen wir im Wedding, wo sie in einer größeren Gruppe unterwegs sind und auf E-Scootern rumcruisen.

Zu sehen ist, wie Neuruppiner Jugend den Freitagabend ausklingen lässt.